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Online Einführungen: Methoden der Kollaboration


Wir müssen überall mit anderen Menschen zusammenarbeiten – haben es aber nie richtig gelernt. Oft stehen wir hilflos vor dem was passiert. Experten stellen glücklicherweise gute Werkzeuge bereit, die auch Ungeübte einfach nutzen können. Wir geben erste Einblicke in diesen Werkzeugkasten durch kurze Video-Anleitungen.

Diese Mini-Trainings sollen Grundfähigkeiten der Zusammenarbeit nicht vollumfassend vermitteln, sondern ein erstes Verständnis dafür erzeugen. Zudem helfen die kleinen Kostproben oft dabei herauszufinden, wo persönliche Interessen liegen. So bekommt man eine Idee davon, wo es für einen persönlich weitergehen kann. Sie sind geeignet für alle, die an dem Thema Zusammenarbeit interessiert sind. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Das “Universum” der Methoden der Kollaboration zumindest im Ansatz zu kennen hilft nicht nur im praktischen Einsatz. Es verschafft auch einen neuen Blickwinkel auf das Gesamtthema der erfolgreichen Zusammenarbeit. Die kurzweilige und prägnante Methodik Pecha Kucha versucht diese Inhalte möglichst einfach auf den Punkt zu bringen.

 

  • Termin: frei wählbar, monatlich neue unabhängige Lerneinheiten (je 6:40 min.)
  • Ort: Demnächst Online im School of Collaboration Youtube Channel
  • Preis: Kostenlos
  • Teilnehmer: Unbegrenzt
  • Geplante Inhalte: De Bonos Hüte, Disneys Stühle, Feedback, Moderation, Anliegen- und Auftragsklärung, Selbstreflektion, Teamrollen, Brainstorming, Scrum Meetings, Aktives Zuhören, Konflikte, usw.

 

 

Blockseminar: Teams verstehen und gestalten


Wir treffen oft auf Teamarbeit oder andere Formen der Zusammenarbeit, machen aber häufig keine zufriedenstellenden Erfahrungen. Das kann zu unnötigem Frust oder mangelhaften Ergebnissen führen – oder beidem. Dabei muss man eigentlich kein professioneller Teamentwickler sein, um schon mit wenigen Handgriffen die Situation deutlich zu verbessern.

In diesem zweitägigen Seminar vermitteln wir Team-Akteuren und Menschen in Leitungspositionen theoretische und praktische Erkenntnisse zum Thema Teamarbeit. Sie lernen schneller und besser zu erkennen, warum es im eigenen Team nicht läuft. Wir üben einfache Gegenmaßnahmen, die in der Praxis sofort einsetzbar sind.

 

  • Termin: 25./26. Januar 2020, 09:00h – 17:00h
  • Ort: Schulungsraum in Berlin
  • Preis: 900,00 EUR (inkl. MwSt.)
  • Teilnehmer: 12 Teilnehmer, 2 Coaches. Für Führungskräfte, Teamleiter, ganze Teams. Teamerfahrung hilfreich.
  • Infoblatt: Scoll-Training-Teamseminar.pdf

 

 

Teamlabor: Agiler Teamplayer werden


Im Alltag ist es kaum machbar, seine verschiedenen Facetten gezielt in einer Gruppe auszuprobieren und die Wirkung zu reflektieren. Man ist verhaftet in dringlichen Aufgaben und üblichen Rollenanforderungen: “Man kommt nicht aus seiner Haut”. Das Teamlabor fungiert als geschützter Raum. Es ermöglicht, sich selbst “von außen” beobachten zu können und als Akteur im Kontext der Gruppe wahrzunehmen. Wir unterstützen so Reflexion und Erkenntnisgewinn. 

Durch die Projekte im “Teamlabor” müssen die Teilnehmenden zusammenarbeiten und werden mit dem eigenen Verhalten konfrontiert. Zudem vermitteln wir im Coaching wichtige Fähigkeiten und Fertigkeiten, um ein besserer Teamplayer zu werden. Die Erkenntnisse versetzen die Teilnehmenden auch in die Lage andere Gruppenmitglieder besser zu verstehen. Ganz nebenbei lernt die Gruppe die Grundlagen des agilen Arbeitens.

 

  • Termin: 04. März – 01. April 2020, 5 Termine, jeweils MI von 18:00h – 21:00h
  • Ort: Schulungsraum in Berlin
  • Preis: 2.200,00 EUR (inkl. MwSt.)
  • Teilnehmer: 8-10 Teilnehmer, 3 Coaches. Menschen, die ihre eigenen Teamskills im geschützten Raum erkennen und verbessern wollen.
  • Infoblatt: Scoll-Training-Teamlabor.pdf

 

 

Team Challenge: Sich selbst im Team erfahren


Wenn man große Unterschiedlichkeit wirklich auf allen Ebenen erlebt, beginnt man sich zu fragen: Wie ist Zusammenarbeit überhaupt möglich? Erst dann ist man bereit, sich auf das Spiel mit dem Unbekannten voll einzulassen, Diversität zu würdigen und ihr Potenzial zu sehen. Sich selbst erkennen, sowie auch die anderen, ist der erste Schritt. Wir machen die eigenen Glaubenssätze deutlich und helfen, den eigenen Möglichkeitshorizont zu erweitern.

Die Team Challenge ist für Personen, die über konkrete Erfahrungen und emotionale Erlebnisse wirklich wichtige Weichen dafür stellen wollen, Teamplay zu verinnerlichen. Welchen Mustern folge ich unbewusst? Was macht mich aus? Durch die Konfrontation mit sich selbst und anderen kann man Verhaltensalternativen in Betracht ziehen und mutig ausprobieren….und zum Abschluss lernen, das Gelernte gemeinsam anzuwenden. Notwendigkeiten erkennen und Verhalten gekonnt adaptieren, sich selbst in der Gruppe zu entfalten – das ist eine Abenteuerreise, die nichts mit dem Alltag zu tun hat. 

 

  • Termin: 22. Mai – 24. Mai 2020, Freitag 9.00 Uhr bis Sonntag 16.00 Uhr
  • Ort: Landgut außerhalb Berlins (Eine Anreise am Donnerstag Abend ist empfohlen)
  • Preis: 3.000,00 EUR (inkl. MwSt.)
  • Teilnehmer: 10 Teilnehmer, 3 Coaches. Erfahrene Teammitglieder, die wirkliches Teamplay verinnerlichen wollen.
  • Infoblatt: Scoll-Training-Teamchallenge.pdf

 

 

Evgenia Danilevic


Evgenia unterstützt Scrum Teams bei ihrer Weiterentwicklung. Sie versucht Gruppen und Individuen in die Selbstreflexion zu bringen, damit sich ihr Verhalten in Richtung Zusammenarbeit auf Augenhöhe verändert. Schon vor dem Studium der Soziologie hat sie sich mit dem Wesen kultureller Veränderungen auseinandergesetzt. Nach einem Abstecher in den Bereich e-learning fokussiert sie sich heute auf Organisationsentwicklung für Organisationsformen im Bereich autonomer und selbstbestimmter Arbeit.

  • Scrum
  • Soziologie
  • Autonome Teams

Evgenia ist Gastredakteurin der School of Collaboration.

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Scrum: Eine neue Kultur der Zusammenarbeit


Agile Organisationsmodelle sind so ein Hype, dass sie schon fast wieder out sind. Alle machen’s und die ersten machen’s schon noch schneller, noch kürzer und noch effizienter. Doch in der Praxis gibt es auf der ganzen Linie Probleme. Die Modelle suggerieren, dass einfache Prozesse das Handeln ändern, erfordern jedoch eine grundlegende Veränderung des Denkens im Bezug auf Zusammenarbeit.


Teamwork ist heute wieder „in“, denn wenn Anforderungen, Aufgaben und Systeme sich ständig ändern, agieren eingespielte und autarke Teams nachweislich weitaus erfolgreicher, als es sich mit Best-Practice-Regelwerken erreichen lässt. Die trainierte Gruppeninteraktion sorgt für geringe Transaktionskosten, wo Prozesse sonst Reibung verringern.


In der Praxis wird die Einführung der neuen Methodik oft wenig überlegt: Der neue Prozess funktioniert zwar irgendwie – vielleicht nicht schlechter als der klassische Ansatz davor – aber so richtig Fahrt wird auch nicht aufgenommen. Die Probleme liegen im Detail: Da gibt es Programmierer, die den Code von Kollegen komplett umschreiben, „weil er so einfach besser ist“, statt der betroffenen Person nur Hinweise zu geben, woran sie arbeiten könnte. Das zeugt von viel Leidenschaft, Qualitätswillen und der Überzeugung, dass es nur einen richtigen Weg gibt – und der ist meiner. Sie wollen gar nicht mit anderen zusammenarbeiten. Sie wollen lieber „ihr Ding“ machen. Alle werkeln vor sich hin – und nachher muss es halt zusammenpassen, und das ist Aufgabe des Managements. Andere Sichtweisen und Lösungen zu ertragen, fällt diesen Menschen schwer.


Und dann gibt es da welche, die wollen überall mitreden und jeden mit ins Boot holen, denn “wir machen’s ja gemeinsam”. Teamwork heißt hier mehr als nur ‘jede Person wird gehört’. Es heißt: Alle müssen es gut finden. Das driftet dann schnell in Basisdemokratie ab, bei der ständig der Konsens gesucht, jedoch nur selten ganz gefunden werden kann. So werden gerne mehrere Gesprächsrunden mit vielen Teilnehmenden einberufen, um eine Lösung zu finden, die wirklich alle Meinungen integriert. Resultat: Es bewegt sich gefühlt nichts mehr – und alle sind am Ende ihrer Kräfte!


In beiden genannten Verhaltensweisen werden Extreme vertreten: Entweder alle zusammen oder jede und jeder für sich. Wirkliche Zusammenarbeit ist meiner Erfahrung nach jedoch beides:

  1. Von der eigenen Idee abgeben, damit andere dort Platz für ihren Teil der Vorstellung finden. Zusammenarbeit beginnt mit Loslassen. Trennen von den eigenen Maßstäben und einem Richtig oder Falsch. Es geht um ein sowohl-als-auch.
  2. Sich ins Gemeinsame einbringen, ohne sich aufzugeben. Denn sich nicht zu positionieren, um keinen Stress in der Gruppe zu erzeugen heißt, sich nicht zu zeigen. Es geht jedoch gerade darum, der Gruppe die eigene wertvolle Meinung nicht vorzuenthalten.


Wir haben gute Zusammenarbeit leider nie wirklich gelernt. Viele kennen Zusammenarbeit als ein Nebeneinander im Büro, wo jeder seins macht und die einzelnen irgendwie doch im gleichen Projekt oder an der gleichen Sache arbeiten. Einige haben vielleicht erlebt, wie es ist wirklich ist, miteinander zu arbeiten und sich die „Bällchen geschmeidig zuzuwerfen“ – aber die wenigsten kennen das Erlebnis, mit Überzeugung füreinander zu arbeiten – und zwar in einem selbstgewählten, nicht prozessdefinierten Sinne. Leider funktioniert das Letztere nur, wenn es fast alle in einem Team machen.


Das Problem ist: Grundlegende Prozesse können relativ einfach trainiert, aufgeschrieben und eingehalten werden. Die Kultur hinter diesen neuen Organisationsformen muss jedoch erst einmal verstanden und vor allem, sich zu eigen gemacht werden. Das Gefährliche dieser oft einfach erscheinenden Ansätze ist eben genau ihre scheinbare Einfachheit – und genau das macht sie auch so beliebt und damit erfolgreich. Fragt man jedoch die geistigen Väter dieser Modelle, warum so viele Organisationen letztendlich in der Umsetzung scheitern, dann ist die Antwort: „Das Modell erfordert einen kulturellen Wandel – und das dauert unter Umständen 3-5 Jahre“. Was sich hier wandeln muss ist das Denken in den Köpfen, welches von 100 Jahren Arbeitsteilung und Taylorismus geprägt ist. Die Veränderungsarbeit fängt bei den Individuen an – nicht bei den Prozessen.